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Büger-Weblog

Freitag, 23.09.2005

Bild von Frank Hamm, Rechte: WDR

Sitzblockade

Ich habe davon gehört, dass hier demnächst das Licht ausgemacht wird. Ich möchte mal etwas klarstellen: Ich mache das Licht nicht aus. Ich bleibe hier sitzen. Hier fühle ich mich wohl, hier konnte ich meine Meinung sagen und mich gut mit den anderen unterhalten. Man respektierte sich. Mir gefällt es hier. Soll doch ein anderer das Licht ausmachen. Es ist ein schöner Platz zum Sitzenbleiben.

Und wenn doch einer das Licht ausmachen sollte: Ich bleibe hier einfach mal sitzen - bis mich jemand wegträgt. Aber keiner wird mich finden. Ich mache mich jetzt ganz klein. Ich sage jetzt nichts mehr. Ihr seht mich nicht, ihr hört mich nicht. Aber ich bin da.

Tschüß, es war schön mit euch.

P.S.: Ich bin noch da.

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Hallo Frank,
Ich trag dich wech ;-)
Wenn Du mal ein wenig kloppen möchtest, besuch mich mal in Hamm in meiner Kampfkunst Wing Tschun Schule, im Relax - Gym, Caldenhofer Weg 83, montags und donnerstag um 20.00 h. Ansonsten sag ich Adieu. Es war schön mit Euch und vor allem fair. Das trifft man heute selten.
Gruß Uwe

Uwe Richert am 23.09.05 13:09

Hallo Uwe,
bloß nicht wegtragen, setz dich doch einfach dazu :-)
Dank auch an dich für das angenehme Klima hier. Gruß zurück, Frank

Frank Hamm am 23.09.05 14:46

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Bild von Lupita Gómez, Rechte: WDR

Almost heaven

ODER: DIE DEUTSCHE BAUCHNABELSCHAU

Kennen Sie den neuen Kinofilm mit Heike Makatsch "Almost heaven"? Durch eine Verwechslung landet die Protagonistin in Jamaika und will sich partout nicht mit dem Inselstaat anfreunden. Ähnlich geht es mir momentan mit der Option Jamaika-Koalition.

Trotz grüner Wahlkampfstrategie "Zweitstimme ist Joschka-Stimme" hat sich der heimliche Parteivorsitzende kurz nach der Wahl verabschiedet. Fritz Kuhn, der Wahlkampfleiter, meint in der Berliner Zeitung dazu: "Ich hatte es geahnt" (22.09.05). Während des Wahlkampfs hat die Partei klar gegen Schwarz-Gelb Stellung bezogen und beispielsweise Kondome verteilt, auf denen zu lesen war "Merkel verhüten, Guido verhüten". Schwarz-Gelb-Grün soll nun, da Medien die Gemeinsamkeiten präsentieren, funktionieren? Die Karten sind nach der Wahl neu gemischt´, und die Verwirrung bei den Parteien ist - momentan noch - groß, obwohl schon erste Klarheiten geschaffen wurden.

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Hallo Lupita
Wenn Du mal ein wenig kloppen möchtest, besuch mich mal in Hamm in meiner Kampfkunst Wing Tschun Schule, im Relax - Gym, Caldenhofer Weg 83, Montags und Donnerstag um 20.00 h. Ansonsten sag ich Adieu. Es war schön mit Euch und vor allem fair. Das trifft man heute selten.
Gruß Uwe

Uwe Richert am 23.09.05 13:10

Hallo Lupita,
würde mich auch freuen, wenn bald wieder regiert und nicht nur gekläfft wird. Dank zurück, es hat wirklich Spaß gemacht!

Frank Hamm am 23.09.05 14:42

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Donnerstag, 22.09.2005

Bild von Uwe Richert, Rechte: WDR

Sondierungsgespräche

"Gegensätze ziehen sich an" - das trifft in diesen Tagen nun wahrlich selten zu. Viele Gesichter blieben hart, keine Mine wurde verzogen, kein Einlenken. Nun geht es um "Jamaika", "Ampel" oder um eine "Große Koalition". Wer kann mit wem? – Das ist die große Frage. Die Differenzen, die dabei zutage traten, besser gesagt, wie man damit umging, scheint bezeichnend für das Klima, welches in Berlin herrscht. Ich kann mir nur schwerlich vorstellen, wie dort Politik zum Wohle der Bundesrepublik Deutschland gemacht wird. Geht es dort wirklich um sachliche Diskussionen, um ein Abwägen, was uns weiterbringt? Oder geht es dabei um persönliche Eitelkeiten, verletzten Stolz, Ränkeschmiede, Intrigen, Mobbing, Verleumdungen? Frau Bärbel Höhn hatte unlängst in einer Talkshow nicht unrecht. Alle
müssen grundsätzlich erst einmal die Einstellung haben: "Wir wollen aufeinander zugehen". Verflixt noch mal, die Politiker werden mit Steuergeldern dafür bezahlt, dass sie etwas für Deutschland tun und nicht, dass sie sich wie im Kindergarten streiten.

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Hallo Uwe,
bin total deiner Meinung. Im Kindergarten würde wenigstens ein(e) Erzieher(in) den Kindern auf die Finger hauen...

Frank Hamm am 23.09.05 14:36

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Bild von Frank Hamm, Rechte: WDR

Es ging um knappe Kassen

In den letzten Wochen flogen die Argumente hin und wieder zurück. Der Wahlkampf hat mich hin- und hergeschaukelt und am Schluss dann hingehauen. Die Parteien warfen mit ihren Argumenten hauptsächlich gegen den politischen Gegner, und jetzt zwischen nach der Wahl geht es um Taktik, Schachzüge, Theater. Das Ganze war bereits vor der Wahl so wild, dass für viele nur die Frage übrigblieb: "Was kostet mich die Wahl nach der Wahl?" Viele beleuchteten die Punkte der Parteien besonders unter diesem Blickwinkel. So wie ich mir gerne die Rosinen herausgepickt hätte, um bestimmte Parteien zu wählen, so wollten sich viele die faulen Äpfel nehmen, um bestimmte Parteien nicht zu wählen. Die Kasse - die Finanz- und Steuerpolitik - beeinflusste nicht nur maßgeblich den Wahlkampf sondern auch bei vielen Wählern die Entscheidung. Dazu noch ein wenig als Kriterien die Umweltpolitik, Gesundheitswesen - das war's dann schon so ziemlich.

Warum eigentlich?

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Dienstag, 20.09.2005

Bild von Lupita Gómez, Rechte: WDR

Angela Merkel

DIE GESTRENGE

Unionskanzlerkandidatin Angela Merkel ist streng mit sich selbst. Die gleiche Härte legt sie ihrer Umgebung und ihrem Wähler auf. Hart, aber herzlich – dieses Paar funktioniert, doch ein eingemeißeltes Lächeln will nicht als Emotion gelten. Am Sonntag, kurz nach den ersten Hochrechnungen, war eine Angela Merkel zu sehen, die mit den geschönten Weichspül-Wahlplakaten nichts zu tun hatten. Ihr war Enttäuschung anzusehen, ihre bisherige politische Arbeit hat schon Spuren in den stark eingegrabenen Linien um den Mund hinterlassen. Später hat sie ihr Lächeln wieder angeknipst.

Merkel mit vier unterschiedlichen Gesichtsausdrücken (Rechte: dpa)

Ihr Wahlergebnis ist nicht nur eine Reaktion auf die Innenpolitik (Arbeitsmarkt, Steuern), sondern auch auf ihren außenpolitischen unkritischen Schmusekurs mit den USA. In der letzten Wahlkampfphase tauchten in Berlin immer mehr übermalte Wahlplakate auf, die das warnend zum Ausdruck brachten.

Merkel stellt sich heute zur Wiederwahl als Fraktionsvorsitzende der Union und sucht so parteiinterne Rückendeckung. Die wird ihr von vielen verbal gewährt, obgleich schon eine erste Rücktrittsforderung zu vernehmen ist. Der bayrische Ministerpräsident ließ gestern WWW: verlautbaren: "Einen Wechsel nach Berlin macht der CSU-Chef von den Ergebnissen der Gespräche abhängig. Grundsätzlich ist er dazu bereit, in einer handlungsfähigen Bundesregierung auch persönlich Verantwortung zu übernehmen."

Für den Fall, dass Angela Merkel sich als Bundeskanzlerin durchsetzt, ist zu hoffen, dass die Parteimitglieder sie nicht schneller verlassen als ihre Wähler.

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"...(Arbeitsmarkt, Steuern) ..." DAS (v. a. das Mitwirken am rot-grünen Hartz IV) dürfte der Hauptgrund für 35,2 statt 45,2 gewesen sein, nicht jedoch das Bekenntnis zur transatlantischen Freundschaft! Sie kann ruhig amerika-freundlich sein, wenn sie auf die Seehofers und Laumanns ihrer Fraktion gehört hätte! Mehr soziale Wärme und die Union schafft die absolute Mehrheit, da bin ich sicher!

Mag am 20.09.05 15:59

Nicht die bisherige "politische Arbeit" hat die "tiefen Spuren um den Mund" der Angela Merkel verursacht. Sie sind vielmehr Folge dessen, was A. M. von Kindesbeinen an geübt und verinnerlicht hat, nämlich das Tarnen, Täuschen und Verschweigen. Man befasse sich (unvoreingenommen, Material dafür gibt es) nur einmal mit ihrem Lebenslauf. Angela Merkel als Kanzlerin? Nein!

Lieschen Müller am 26.09.05 13:24

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Montag, 19.09.2005

Bild von Lupita Gómez, Rechte: WDR

Keinen Grund für Frust

ODER: ERST EINMAL ABWARTEN

Die Wahlergebnisse sind da, jetzt ist die Zeit für Interpretationen. Da lese und höre ich, die Wähler konnten sich nicht wirklich entscheiden, frei nach dem Motto "wasche mich, aber mach mich nicht nass". Die Börse reagiert sensibel, die Aktienkurse für Energiekonzerne wie EON, die zumindest auf eine Lockerung der Umweltschutzpolitik spekuliert hatten, geben nach.

Lager.jpg

Was ich darüber denke? Es gibt zwei Lager in Deutschland: Die einen, die ihren Schwerpunkt in der optimalen Förderung der Wirtschaft sehen, die anderen, die einen Verlust von sozialen Werten in der Gesellschaft nicht hinnehmen wollen. Die Wähler waren nicht unentschieden, sondern haben je nach persönlicher Gewichtung ihre Stimmen vergeben.

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"...ich gebe aber frank und frei zu, die so genannte Schwampel oder Jamaika-Koalition würde mich aus der Fassung bringen. ..." Wenn sie bewirkt, dass der Atomausstieg ganz schnell vollzogen wird (schwarz-gelbe Annäherung an die Grünen) und gleichzeitig FDP und Grüne sich gesellschaftspolitisch an den Werte-Konservatismus der Union annähern (gegen Drogen, gegen Werteverfall usw.), dann bin ich für Jamaica.

Mag am 20.09.05 16:02

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Bild von Uwe Richert, Rechte: WDR

Supergau

Das Schlimmste, was passieren könnte, ist passiert. Niemand oder - wie es gerne dargestellt wird - alle haben gewonnen. Doch ist niemand wirklich glücklich mit diesem Ergebnis. Wie ein Albtraum, nur dass man morgens aufwacht, und er ist wahr.

Es war eine Schlammschlacht auf beiden Seiten, und es wurden auf beiden Seiten grobe Fehler gemacht. Deutschland braucht so sehr den Aufschwung, eine Belebung der Konjunktur und des Arbeitsmarktes. Es war alles vergebens. Die neuen Schlagwörter heißen nun "Ampel- oder Jamaika-Koaliton". Die Welt lacht über unser Wahldebakel. Herr Schröder beansprucht wie Frau Merkel das Amt des Bundeskanzlers. Wenn der Mann auch nur ein bisschen Anstand hätte, nach seinem Misstrauensvotum ... Doch dazu gehört wahre Größe. Hier geht es nur um Macht, um Geld - am wenigsten um Deutschland. Der Supergau, war ein Supergau in mein Vertrauen an die Wähler. Sie, die Wähler haben sich einlullen lassen von dem Medienkanzler. Die Reformen der SPD in den letzten sieben Jahren haben die Deutschen reformmüde gemacht. Viele Wähler haben genug von Gesetzes- und Reformwirrwar. Allein das Wort Reform bringt die Gemüter in Wallung. Doch eines ist Gewiss, - die Geschichte ist noch lange nicht zu Ende. Es scheint, als ginge es jetzt erst so richtig los.

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Bild von Christian Meyer, Rechte: WDR

Die Wölfe warten schon...

Kaum ist die Wahl vorbei - und die Ergebnisse stehen zumindest vorläufig fest - wartet man darauf, dass Köpfe rollen. WWW: Spiegel Online: Merkels bittere Stunde Aus dieser Sichtweise war der Auftritt von Schröder taktisch brilliant inszeniert.

Natürlich wirkte der Auftritt Schröders ziemlich dreist und peinlich, hat aber bewirkt, dass er geradezu als unangreifbar gilt, und die Medien auf das Einknicken von Angela Merkel warten. In der zweiten Reihe warten geduldig die Wölfe wie zum Beispiel Roland Koch oder auch Edmund Stoiber auf ihre Chance. Auch wenn es immer wieder anders behauptet wurde und auch anders schien, hat Angela Merkel offensichtlich nicht den Stand innerhalb der CDU, den sie haben müsste. Kohls kleines Mädchen steht in dieser schweren Stunde ziemlich allein und muss sehen, wie sie diese Situation meistern kann.

Schröder auf der anderen Seite gibt sich nach wie vor siegessicher und weiß, dass es mit Sicherheit nicht ohne ihn und die SPD gehen kann. Seine Taktik mit der Neuwahl scheint aufgegangen zu sein, und der große Spieler wird um jeden Trumpf erbittert kämpfen.

In der derzeitigen Situation weiß ich auch nach einmal schlafen nicht, ob die Große Koalition so gut wäre, oder ob Neuwahlen nicht doch besser wären. Das Dilemma aus den Wochen vor der Wahl scheint sich auch danach fortzusetzen. Eine stabile Regierung wird wohl nur unter großer Kraftanstrengung zu realisieren sein. Auch der Dresdner Wahlkreis scheint keine Besserung der Situation mehr zu bewirken.

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Den Auftritt Schröders als "brilliant inszeniert" zu bezeichnen, ist ja fast noch dreister als besagter Auftritt selbst. Für mich gilt er jetzt jedenfalls nicht als "unangreifbar", sondern eher als jemand, der mit aller Macht an seinem Stuhl klebt, und dem die eigene Position deutlich wichtiger ist als das Wohl des Landes. Und wenn man mal nur ein bisschen nachdenkt über das, was er gestern genau gesagt hat, dann merkt man auch schnell, dass er sich vor allem unglaubwürdig gemacht hat: Auf der einen Seite stellt er die Veröffentlichung von Meinungsumfragen als Stimmungsmache der Medien dar (und das vom so genannten "Medienkanzler"...), auf der anderen Seite nutzt er aber genau diese Meinungsumfragen, um das Abschneiden der Union, die ja immerhin stärkste Fraktion im Bundestag ist, als "desaströse Niederlage" zu bezeichnen. Und für die Aussage, dass die Menschen ihn schließlich lieber als Kanzler hätten, nutzt er auch die Ergebnisse der Meinungsumfragen - direkte Wahlergebnisse zu dieser Frage gibt es ja nicht. Man kann jedenfalls nicht die Umfragen, die ins eigene Konzept passen, für sich selbst benutzen und die eher unangenehmen als Manipulationsversuche der Medien bezeichnen.
Der (noch?-)Kanzler hat jedenfalls meiner Meinung nach mit diesem Auftritt keine Stärke, sondern nur Schwäche gezeigt.

Thomas Lütteke am 19.09.05 15:23

"Natürlich wirkte der Auftritt Schröders ziemlich dreist und peinlich,..." stimmt. Er soll dem Vernehmen nach vorher schon einige Gläschen Wein intus gehabt haben... ;) " hat aber bewirkt, dass er geradezu als unangreifbar gilt, ..." wie bitte? Das verstehe, wer will! Es ist absurd. Sein gestriger Auftritt hat ihn endgültig disqualifiziert. Er hat gefälligst zu akzeptieren, dass die Union mit 3 Mandaten Vorsprung die stärkste Fraktion stellt.

Mag am 19.09.05 16:07

Eigentlich ist die Situation eindeutig: Wer Kanzler wird, entscheidet nicht die stärkste Fraktion oder die größte Partei sondern die Mehrheit des Bundestages. Und die ist links - so wie die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler gewählt haben. Es ist aber interessant, dass der Münte das nicht sagt, sondern so "herumeiert". Offensichtlich will er fast jede zehnte Stimme nicht wahrhaben. Mich erinnert das an die Situation nach den ersten parlamentarischen Erfolgen der Grünen.

Reinhard Köhler am 19.09.05 16:42

Schröders Auftritt in der "Elefantenrunde" war nicht der eines Staatsmannes, sondern er war ausgesprochen "prollig". Man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass er unter dem Einfluß von berauschenden Mitteln war. Diesen (Ab-)Kanzler haben die Wähler wirklich nicht verdient.

Ulrich Siewers am 19.09.05 20:59

Wenn man ehrlich ist, hat Schröder einzig und alleine nur ein besseres Auftreten, das allerdings durch seinen inszinierten Auftritt bei der ARD nicht nur arrogant - sondern fast überheblich auf die Wähler gewirkt haben muss. Wer glaubt, nur durch das äußere Auftreten ohne Fakten bzw. mit leeren Versprechungen sich weiterhin auf Dauer im Amt halten zu können, ist schlichtweg auf dem Irrweg. Der Wähler hat klar gemacht, dass er es der Politik nicht mehr einfach machen möchte, keinen klaren Wechsel und keine Fortführung des rot-grünen Disasters. Die FDP hat auch nach Meinung der Wähler ihren Kurs endgültig bestimmt, weder mit der SPD noch mit der PDS ins Boot zu steigen. Dies dürfte durchaus im Interesse des Wählers selbst sein. Doch wer zuletzt den Kanzler wirklich stellt, bleibt noch ungewiss. Man sollte jedoch nicht außer Acht lassen, dass in einem demokratischen System die Mehrheit entscheidet und nicht die Minderheit. Und nun das Wesentlichste:
Die Notausspielung bzw. Notaussagen der SPD um sich aus dem Disaster retten zu wollen, dass die CDU/CSU zwei unabhängige Parteien sind schlägt sprichwörtlich fehl. Man muss beachten, dass die CDU und CSU ihre Wahlkreise deutlich getrennt hat, der Norden des Landes kann ausschließlich die CDU, der Süden ausschließlich die CSU wählen, somit erfolgt keine bundesweite Wahl. Weiterhin existiert seit 1949 ein Abkommen zwischen diesen Parteien, daher wird eine juristische Ausspielung dessen fehlschlagen. Sehr lange wird dieses Argument also wahrscheinlich nicht mehr ausgespielt werden können.

Christopher Schmitz am 19.09.05 22:13

Es bleibt spannend. Selbst Koch hält wohl alles für offen:http://www.roland-koch.de/Koch-Es-wird-ungewoehnliche-Konstellationen-geben/1127120117.html

Peter am 20.09.05 12:42

Ist schon interessant, wie schlecht unser Kanzler gesehen wird. Ich fand den Auftritt während der Elefantenrunde vollkommmen OK. Er war etwas angeschlagen...
Auch mit der Sichtweise, dass CDU/CSU 2 Parteien sind, bin ich einverstanden: Wo es für beide Parteien als günstig erscheint (wie z.B. zu zweit in der Elefantenrunde aufzutreten) wird darauf abgehoben- in anderen Fällen dann aber nicht. Was soll das?
Ich finde jedoch das Auftraten der beiden Moderatoren als schlimm. Nicht nur, dass die rot-grüne Seite weniger zu Worte kam, sie wurde auch noch in unannehmbarer Form (zumindest in Person des Bundeskanzlers) angegeangen, als wäre der Bundeskanzler ein Schuljunge.
DAS kann ICH nicht akzeptieren.
Bei all der Kritik- mehr als 20 Mio Menschen haben die SPD gewählt. Da erbitte ich mir mindestens von den "neutralen" Moderatoren der Öffentlich-Rechtlichen einen entsprechend moderaten und respektvollen Ton.

H.Schweinsberg am 20.09.05 16:56

Hallo Christian
Wenn du mal ein wenig kloppen möchtest, besuch mich mal in Hamm in meiner Kampfkunst Wing Tschun Schule, im Relax - Gym, Caldenhofer Weg 83, montags und donnerstags um 20.00 Uhr. Ansonsten sag ich Adieu. Es war schön mit euch und vor allem fair. Das trifft man heute selten.
Gruß Uwe

Uwe Richert am 23.09.05 13:11

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