Ich habe davon gehört, dass hier demnächst das Licht ausgemacht wird. Ich möchte mal etwas klarstellen: Ich mache das Licht nicht aus. Ich bleibe hier sitzen. Hier fühle ich mich wohl, hier konnte ich meine Meinung sagen und mich gut mit den anderen unterhalten. Man respektierte sich. Mir gefällt es hier. Soll doch ein anderer das Licht ausmachen. Es ist ein schöner Platz zum Sitzenbleiben.
Und wenn doch einer das Licht ausmachen sollte: Ich bleibe hier einfach mal sitzen - bis mich jemand wegträgt. Aber keiner wird mich finden. Ich mache mich jetzt ganz klein. Ich sage jetzt nichts mehr. Ihr seht mich nicht, ihr hört mich nicht. Aber ich bin da.
Tschüß, es war schön mit euch.
P.S.: Ich bin noch da.
Uwe Richert am 23.09.05 13:09
Frank Hamm am 23.09.05 14:46
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Zum SeitenanfangODER: DIE DEUTSCHE BAUCHNABELSCHAU
Kennen Sie den neuen Kinofilm mit Heike Makatsch "Almost heaven"? Durch eine Verwechslung landet die Protagonistin in Jamaika und will sich partout nicht mit dem Inselstaat anfreunden. Ähnlich geht es mir momentan mit der Option Jamaika-Koalition.
Trotz grüner Wahlkampfstrategie "Zweitstimme ist Joschka-Stimme" hat sich der heimliche Parteivorsitzende kurz nach der Wahl verabschiedet. Fritz Kuhn, der Wahlkampfleiter, meint in der Berliner Zeitung dazu: "Ich hatte es geahnt" (22.09.05). Während des Wahlkampfs hat die Partei klar gegen Schwarz-Gelb Stellung bezogen und beispielsweise Kondome verteilt, auf denen zu lesen war "Merkel verhüten, Guido verhüten". Schwarz-Gelb-Grün soll nun, da Medien die Gemeinsamkeiten präsentieren, funktionieren? Die Karten sind nach der Wahl neu gemischt´, und die Verwirrung bei den Parteien ist - momentan noch - groß, obwohl schon erste Klarheiten geschaffen wurden.
[mehr]Uwe Richert am 23.09.05 13:10
Frank Hamm am 23.09.05 14:42
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Zum Seitenanfang"Gegensätze ziehen sich an" - das trifft in diesen Tagen nun wahrlich selten zu. Viele Gesichter blieben hart, keine Mine wurde verzogen, kein Einlenken. Nun geht es um "Jamaika", "Ampel" oder um eine "Große Koalition". Wer kann mit wem? – Das ist die große Frage. Die Differenzen, die dabei zutage traten, besser gesagt, wie man damit umging, scheint bezeichnend für das Klima, welches in Berlin herrscht. Ich kann mir nur schwerlich vorstellen, wie dort Politik zum Wohle der Bundesrepublik Deutschland gemacht wird. Geht es dort wirklich um sachliche Diskussionen, um ein Abwägen, was uns weiterbringt? Oder geht es dabei um persönliche Eitelkeiten, verletzten Stolz, Ränkeschmiede, Intrigen, Mobbing, Verleumdungen? Frau Bärbel Höhn hatte unlängst in einer Talkshow nicht unrecht. Alle
müssen grundsätzlich erst einmal die Einstellung haben: "Wir wollen aufeinander zugehen". Verflixt noch mal, die Politiker werden mit Steuergeldern dafür bezahlt, dass sie etwas für Deutschland tun und nicht, dass sie sich wie im Kindergarten streiten.
Frank Hamm am 23.09.05 14:36
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Zum SeitenanfangIn den letzten Wochen flogen die Argumente hin und wieder zurück. Der Wahlkampf hat mich hin- und hergeschaukelt und am Schluss dann hingehauen. Die Parteien warfen mit ihren Argumenten hauptsächlich gegen den politischen Gegner, und jetzt zwischen nach der Wahl geht es um Taktik, Schachzüge, Theater. Das Ganze war bereits vor der Wahl so wild, dass für viele nur die Frage übrigblieb: "Was kostet mich die Wahl nach der Wahl?" Viele beleuchteten die Punkte der Parteien besonders unter diesem Blickwinkel. So wie ich mir gerne die Rosinen herausgepickt hätte, um bestimmte Parteien zu wählen, so wollten sich viele die faulen Äpfel nehmen, um bestimmte Parteien nicht zu wählen. Die Kasse - die Finanz- und Steuerpolitik - beeinflusste nicht nur maßgeblich den Wahlkampf sondern auch bei vielen Wählern die Entscheidung. Dazu noch ein wenig als Kriterien die Umweltpolitik, Gesundheitswesen - das war's dann schon so ziemlich.
Warum eigentlich?
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Zum SeitenanfangDIE GESTRENGE
Unionskanzlerkandidatin Angela Merkel ist streng mit sich selbst. Die gleiche Härte legt sie ihrer Umgebung und ihrem Wähler auf. Hart, aber herzlich – dieses Paar funktioniert, doch ein eingemeißeltes Lächeln will nicht als Emotion gelten. Am Sonntag, kurz nach den ersten Hochrechnungen, war eine Angela Merkel zu sehen, die mit den geschönten Weichspül-Wahlplakaten nichts zu tun hatten. Ihr war Enttäuschung anzusehen, ihre bisherige politische Arbeit hat schon Spuren in den stark eingegrabenen Linien um den Mund hinterlassen. Später hat sie ihr Lächeln wieder angeknipst.

Ihr Wahlergebnis ist nicht nur eine Reaktion auf die Innenpolitik (Arbeitsmarkt, Steuern), sondern auch auf ihren außenpolitischen unkritischen Schmusekurs mit den USA. In der letzten Wahlkampfphase tauchten in Berlin immer mehr übermalte Wahlplakate auf, die das warnend zum Ausdruck brachten.
Merkel stellt sich heute zur Wiederwahl als Fraktionsvorsitzende der Union und sucht so parteiinterne Rückendeckung. Die wird ihr von vielen verbal gewährt, obgleich schon eine erste Rücktrittsforderung zu vernehmen ist. Der bayrische Ministerpräsident ließ gestern
verlautbaren: "Einen Wechsel nach Berlin macht der CSU-Chef von den Ergebnissen der Gespräche abhängig. Grundsätzlich ist er dazu bereit, in einer handlungsfähigen Bundesregierung auch persönlich Verantwortung zu übernehmen."
Für den Fall, dass Angela Merkel sich als Bundeskanzlerin durchsetzt, ist zu hoffen, dass die Parteimitglieder sie nicht schneller verlassen als ihre Wähler.
Mag am 20.09.05 15:59
Lieschen Müller am 26.09.05 13:24
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Zum SeitenanfangODER: ERST EINMAL ABWARTEN
Die Wahlergebnisse sind da, jetzt ist die Zeit für Interpretationen. Da lese und höre ich, die Wähler konnten sich nicht wirklich entscheiden, frei nach dem Motto "wasche mich, aber mach mich nicht nass". Die Börse reagiert sensibel, die Aktienkurse für Energiekonzerne wie EON, die zumindest auf eine Lockerung der Umweltschutzpolitik spekuliert hatten, geben nach.

Was ich darüber denke? Es gibt zwei Lager in Deutschland: Die einen, die ihren Schwerpunkt in der optimalen Förderung der Wirtschaft sehen, die anderen, die einen Verlust von sozialen Werten in der Gesellschaft nicht hinnehmen wollen. Die Wähler waren nicht unentschieden, sondern haben je nach persönlicher Gewichtung ihre Stimmen vergeben.
[mehr]Mag am 20.09.05 16:02
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Zum SeitenanfangDas Schlimmste, was passieren könnte, ist passiert. Niemand oder - wie es gerne dargestellt wird - alle haben gewonnen. Doch ist niemand wirklich glücklich mit diesem Ergebnis. Wie ein Albtraum, nur dass man morgens aufwacht, und er ist wahr.
Es war eine Schlammschlacht auf beiden Seiten, und es wurden auf beiden Seiten grobe Fehler gemacht. Deutschland braucht so sehr den Aufschwung, eine Belebung der Konjunktur und des Arbeitsmarktes. Es war alles vergebens. Die neuen Schlagwörter heißen nun "Ampel- oder Jamaika-Koaliton". Die Welt lacht über unser Wahldebakel. Herr Schröder beansprucht wie Frau Merkel das Amt des Bundeskanzlers. Wenn der Mann auch nur ein bisschen Anstand hätte, nach seinem Misstrauensvotum ... Doch dazu gehört wahre Größe. Hier geht es nur um Macht, um Geld - am wenigsten um Deutschland. Der Supergau, war ein Supergau in mein Vertrauen an die Wähler. Sie, die Wähler haben sich einlullen lassen von dem Medienkanzler. Die Reformen der SPD in den letzten sieben Jahren haben die Deutschen reformmüde gemacht. Viele Wähler haben genug von Gesetzes- und Reformwirrwar. Allein das Wort Reform bringt die Gemüter in Wallung. Doch eines ist Gewiss, - die Geschichte ist noch lange nicht zu Ende. Es scheint, als ginge es jetzt erst so richtig los.
Zum SeitenanfangKaum ist die Wahl vorbei - und die Ergebnisse stehen zumindest vorläufig fest - wartet man darauf, dass Köpfe rollen.
Spiegel Online: Merkels bittere Stunde Aus dieser Sichtweise war der Auftritt von Schröder taktisch brilliant inszeniert.
Natürlich wirkte der Auftritt Schröders ziemlich dreist und peinlich, hat aber bewirkt, dass er geradezu als unangreifbar gilt, und die Medien auf das Einknicken von Angela Merkel warten. In der zweiten Reihe warten geduldig die Wölfe wie zum Beispiel Roland Koch oder auch Edmund Stoiber auf ihre Chance. Auch wenn es immer wieder anders behauptet wurde und auch anders schien, hat Angela Merkel offensichtlich nicht den Stand innerhalb der CDU, den sie haben müsste. Kohls kleines Mädchen steht in dieser schweren Stunde ziemlich allein und muss sehen, wie sie diese Situation meistern kann.

Schröder auf der anderen Seite gibt sich nach wie vor siegessicher und weiß, dass es mit Sicherheit nicht ohne ihn und die SPD gehen kann. Seine Taktik mit der Neuwahl scheint aufgegangen zu sein, und der große Spieler wird um jeden Trumpf erbittert kämpfen.
In der derzeitigen Situation weiß ich auch nach einmal schlafen nicht, ob die Große Koalition so gut wäre, oder ob Neuwahlen nicht doch besser wären. Das Dilemma aus den Wochen vor der Wahl scheint sich auch danach fortzusetzen. Eine stabile Regierung wird wohl nur unter großer Kraftanstrengung zu realisieren sein. Auch der Dresdner Wahlkreis scheint keine Besserung der Situation mehr zu bewirken.
Thomas Lütteke am 19.09.05 15:23
Mag am 19.09.05 16:07
Reinhard Köhler am 19.09.05 16:42
Ulrich Siewers am 19.09.05 20:59
Christopher Schmitz am 19.09.05 22:13
Peter am 20.09.05 12:42
H.Schweinsberg am 20.09.05 16:56
Uwe Richert am 23.09.05 13:11
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