1960 kam ich in einer Zechenkolonie zur Welt. Kohle, Revier, Vollbeschäftigung, sorglose Kinderzeit, dass alles liegt in weiter Ferne. Es hat lange gedauert, bis ich mich für Politik interessierte. Die allgegenwärtige Einstellung: "Da kann man nichts ändern" oder "Die machen, was Sie wollen" haben zunächst jedes Interesse im Keim erstickt. Mein politisches Interesse begann erst in den 90er Jahren auf kommunaler Ebene. Der Beschwerdeausschuss meiner Heimatstadt war meine "1. Adresse" für die Ungerechtigkeiten dieser Welt. Es gab kleine Erfolge, doch mehr Niederlagen.
Einige Leserbriefe in der Lokalzeitung kompensierten die Niederlagen, und ich erfuhr Zuspruch von meiner Familie und von Freunden. Heute bin ich Beamter (mit Wechselschicht, Nacht- und Wochendienst und jeder Menge Überstunden) und sehe mich als Opfer einer verfehlten Finanz- und Steuerpolitik, genau wie jeder andere Bürger in Deutschland, auch fühle ich mich mit den Vorurteilen, die viele Politiker gegen das Beamtentum durch ihr Verhalten schüren, konfrontiert.
Ich bin Mitglied in der CDU, doch weniger, weil ich dort alles richtig finde, was beschlossen wird, sondern um Farbe zu bekennen, und weil ich der Auffassung bin, dass ich als Einzelner wenig ausrichten kann. Somit bewerte ich die Diskussionen in den Tagen vor der Wahl soweit möglich unvoreingenommen und kritisch.
Mag am 06.09.05 17:30
repräsentant am 12.09.05 11:28
repräsentant am 13.09.05 10:42
Uwe Richert am 13.09.05 20:53
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