...oder: Dieser Wahlkampf hat es in sich
Heute Mittag lese ich, aber traue meinen Augen nicht: "Ergebnis der Bundestagswahl verzögert sich" (bei web.de). Nicht, dass ich auf einen Wechsel hinfieber, nein, im Gegenteil, ich würde es ein Zittern nennen, aber nun über einen längeren Zeitraum nicht zu wissen, wer das Land regiert, im ersten Moment eine unerträgliche Vorstellung.
Am Spätnachmittag will mein Verstand nicht begreifen, was ich Schwarz auf Weiß vor mir sehe: "Die Wirtschaftslobby lotet aus, wie wichtig dem Volk die Umwelt noch ist. Die Wahl wird es zeigen" (Jörg Michel in Berliner Zeitung 08.09.2005).
Mag am 10.09.05 11:58
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Zum SeitenanfangKennen Sie Zypries? Richtig! Brigitte ist (noch) Bundesministerin der Justiz und außerdem in der SPD. In ihrem
Weblog zur Bundestagswahl kommentiert sie die Ergebnisse der FORSA-Umfrage: "Schwarz-Gelb hat keine Mehrheit mehr". In prägnanten Sätzen beschreibt sie, dass CDU/CSU/FDP mit zusammen 48 Prozent derzeit nicht über die Mehrheit verfüge. Und dass Herr Schröder bei der Kanzlerfrage vorne liege.
Abschließend kommt sie zu folgendem Urteil:
Diese Umfragewerte geben dem Kanzler Recht. Es lohnt sich, für jede Stimme zu kämpfen! Wenn wir bis zum 18. September gemeinsam alle Kräfte mobilisieren, wenn wir um jede Stimmen kämpfen, werden wir unser Ziel erreichen.
Stimmt. Der Kampf lohnt sich. Doch sogar die Kanzler(in)frage ist zweitrangig. Erstrangig ist die Frage:
Wer hat eine Mehrheit bei der Bundestagswahl?
- Dies hat Frau Zypries beantwortet: CDU/CSU/FDP hat sie nicht.
- Aber hat sie Rot/Grün? Offensichtlich nicht.
- Rot/Rot/Grün hätte die Mehrheit, aber der Kanzler will nicht.
- Rot/Schwarz hätte die Mehrheit. Sogar Herr Clement soll das heute nicht mehr nicht mehr ausgeschlossen haben. Aber Frau Zypries sagt dazu nichts.
Aber immerhin wissen wir: "[...] werden wir unser Ziel erreichen.". Aber das ist mein Problem: Frau Zypris hat das Ziel nicht genannt. Ich kenne es offensichtlich nicht.
Doch eine ganz große Koalition? Rot/FDP/CDU/CSU/Grün (natürlich ohne das andere Rot)?
Frau Zypris: Wer hat die Mehrheit, und wie lautet Ihr Ziel?
Mag am 10.09.05 12:02
Karl-Heinz am 11.09.05 03:15
Frank am 11.09.05 16:08
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Zum Seitenanfang...oder: Wählen mit 16?
Bis Freitag, den 09. September heißt es "Jugend wählt! Unter 18 - und ihr habt die Wahl". Dabei fällt der Löwenanteil der als Wahllokal "U18" registrierten Jugendclubs, Schulen, Bibliotheken o.ä. mit 256 an die Stadt Berlin.
Die Grünen und die Linkspartei fordern die Herabsetzung des Wahlalters auf 16, einzelne Politiker wie Paul Kirchhof oder Bundesfamilienministerin Renate Schmidt denken über das Kinderwahlrecht ab 0 Jahren nach.
Grund für mich mit zwei 16-jährigen Mädchen über dieses Thema zu sprechen.
[mehr]Ansgar Nolden am 08.09.05 21:43
Mag am 09.09.05 10:41
Zum Anfang dieses Eintrags
Zum SeitenanfangPaul Kirchhof hat sich zu einem richtig guten Dauerbrenner für die CDU entwickelt. Es war ein genialer Zug von Frau Merkel, ihn als designierten Finanzminister in ihr Kompetenzteam zu holen.

Zuerst hatte er seinen Auftritt als Mister 25-Prozent. Klar, das war er vorher schon - aber plötzlich hörte man ihn auch. Dann das ständige Hin und Her in der Union: "Darf er das überhaupt?", "Nein, so hat er das nicht gemeint." oder "Das war doch nicht schon für die nächste Legislaturperiode." Dann sprach Merkel ein Machtwort zur Klärung, und ich wusste gar nicht mehr, wo es langgehen sollte. Danach wollte Kirchhof noch das Rentensystem revolutionieren und ein Verfahren mit Kapitaldeckung einführen. Alle Mitspieler zuckten nervös an ihren Karten. Wieder sprach Merkel ein Machtwort. Jetzt ist wieder Ruhe. Ruhe?
Kirchhofs Streichliste wird immer länger - die Gesichter in der Union auch.
Außer für Aufregung sorgt Kirchhof vor allem für gute Publicity und Wählerquoten quer über die Parteien hinweg. Auch bei mir hat er Punkte gesammelt. Aber jeder weiß irgendwie doch, dass von seinen Visionen im großen Spiel nicht mehr viel übrigbleiben wird.
Merkel hat den Joker Kirchhof allen gezeigt und droht, ihn nach der Wahl als Finanzminister einzusetzen. Doch sobald sie ihren Joker eingesetzt hat wird er seine Wirkung verlieren. Er wird unter all den anderen Karten im Stapel untergehen. Und dann wird Merkel ihren nächsten Joker ziehen müssen.
Lupita am 08.09.05 21:07
Frank am 09.09.05 20:45
Vincent van Royen am 11.09.05 03:02
Frank am 11.09.05 16:35
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