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Bürger-Weblog - 11-S, 11-M und 7-J

Sonntag, 11.09.2005

Bild von Lupita Gómez, Rechte: WDR

11-S, 11-M und 7-J

EIN PERSÖNLICHES STATEMENT

Dienstag, 11. September 2001: Diesen Tag, diesen Nachmittag, als ich das erste Mal Bilder vom World Trade Center sah, werde ich nicht vergessen. Fassungslos war ich und zugleich waren meine Gedanken: "Jetzt gibt es Krieg".

Ich habe mir das unmittelbarer vorgestellt, aber letztlich wurde Krieg geführt, Krieg gegen den Irak ab dem 20. März 2003. Zwar wurden die kriegerischen Handlungen am 01. Mai 2003 für beendet erklärt, die aufgewühlte Weltöffentlichkeit beruhigte sich, die Demonstrationen in Europa ebbten ab, aber seitdem lebt die irakische Bevölkerung, die dort stationierten US-amerikanischen Soldaten und die Weltbevölkerung im bzw. mit Terror. Ganz konkret gedacht: Eine Mutter im Irak lebt täglich in Angst und Schrecken, ob ihr Kind/ihre Kinder wieder lebend zurück von der Schule kommen. Und seit den Attentaten von Madrid und London schleicht sich diese Terror-Angst auch in Deutschland ein.

Abstraktes Hochhaus (Rechte: Gómez)

Letztlich ist der 11. September 2001 und seine weltweiten Auswirkungen für mich Anlass, mich während diesen unseren Wahlen 2005 zu engagieren.

Die USA und Europa unterscheiden sich - in Geschichte, Kultur und Denkweisen. So kann es auch zu dem Umstand führen, dass, was den einen lieb und teuer ist, bei den anderen auf Unverständnis stößt.

Die Deutschen haben es aufgrund ihrer Geschichte schwer mit dem eigenen Land, nicht anders ergeht es mir. Doch mit dem breiten Widerstand gegen den Irak-Krieg habe ich für mich etwas entdeckt, was ich an diesem Land schätze. Jeder will hier den Frieden, kein Mensch möchte den Krieg, das ist ein zartes Korn, das wahrscheinlich die Kriegsgeneration in uns gepflanzt hat. Ich selbst habe niemals einen Krieg erlebt, trotzdem träume ich von Fliegerangriffen, ich kenne es aus den Erzählungen meiner Großeltern. Diese Geschichte unterscheidet sich tatsächlich von der nordamerikanischen.

Deutschland - das ist für mich gelebte Demokratie, ein gewisses Maß an staatlicher und individueller Solidarität und der absolute Willen zum Frieden.

Das sind für mich die Stützpfeiler unserer Gesellschaft - und an der Erhaltung und Förderung dieser Elemente messe ich jede zukünftige Bundesregierung.

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