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Bürger-Weblog - Archiv vom 18.09.05

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Sonntag, 18.09.2005

Bild von Lupita Gómez, Rechte: WDR

Wahlparties

UND: DER BERLINER SCHULDENBERG RUFT

Warum nur auf der Leinwand verfolgen, wie die Parteien die Wahlergebnisse beobachten und gegebenenfalls feiern? Wir machen uns zu zweit auf und versuchen erst einmal unser Glück bei der SPD. Das Willy-Brandt-Haus ist fast nach Christo-Art ein Stockwerk hoch eingepackt mit weißen Planen und Zelten. Polizeiwagen und Ü-Wagen bilden einen zweiten Ring. Wir kommen natürlich nicht ins Gebäude. Draußen vor einem Restaurant namens Mediterrane darf das Fußvolk auf einer Videoleinwand die Wahlergebnisse verfolgen. Etliche Leute sind unterwegs, sie sind auf die selbe Idee wie wir gekommen.

Nein, hier wollen wir nicht bleiben und da schon der gestrigen Presse zu entnehmen war, dass in die CDU-Parteizentrale nur die very, very important people kommen, ist das keine Alternative. Also, auf zu den Grünen, die bei freiem Eintritt im Hangar 2 in Tempelhof ihre Wahlparty feiern.

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Kommentare zum Eintrag Wahlparties

Na gut, dann will ich mal nicht so sein, sondern dem Ströbele zum einzigen grünen Direktmandat gratulieren. Wer weiss, evtl. wird er ja der neue JamaiKanzler? ;)

Mag am 19.09.05 16:11

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Bild von Christian Meyer, Rechte: WDR

Wahl ohne Sieger

Was für ein Showdown!

Nachdem die Union in Umfragen teilweise allein in der absoluten Mehrheit gesehen worden ist, kam sie in der heutigen Wahl gerade einen Prozentpunkt vor der SPD ins Ziel. Ein vor Selbstbewusstsein strotzender Kanzler sieht sich in seiner Politik bestätigt und will es noch einmal machen, obwohl er dazu momentan keine Möglichkeit hat. Angela Merkel scheinen also harte Verhandlungen bevorzustehen.

Die Grünen haben ihr Ergebnis gehalten, können aber wahrscheinlich nicht regieren, und die FDP hat mit einem starken Ergebnis zwar einen Achtungserfolg erzielt, was ihr aber bei dem derzeitigen Kräfteverhältnis nichts nutzt.

Völlig unverständlich ist, dass alle Parteien eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei ablehnen und ihr dann auch noch vorwerfen, dass sie in der Opposition arbeiten will. Natürlich muss die Linkspartei ihre Rolle annehmen - und die ist nunmal Opposition.

Trotz der vielen Gespräche in den letzten Tagen hat mich dieses Ergebnis absolut überrascht. Diese Wahl hat keine Gewinner. Sie verlangt absoluten Pragmatismus und einen kühlen Kopf. Es ist verständlich, dass Schröder sich bestätigt sieht. Der Auftritt in der Elefantenrunde von ARD & ZDF war aber doch ziemlich frech, obwohl weder Merkel noch Schröder bei der Lageeinschätzung realistisch waren bzw. geglänzt haben.

Bei den Aussagen von heute sehe ich eine Große Koalition oder baldige Neuwahlen. Man kann gespannt sein, was die nächsten Tage bringen, und ich bin froh Mitte der Woche der Diskussion durch einen Flug in den Urlaub entfliehen zu können.

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Nachtrag:

Gerade hörte ich, dass in Berlin das Gerücht nach Merkels Rücktritt die Runde macht. Damit scheinen Neuwahlen dann noch wahrscheinlicher, und Schröder wäre damit sicher seinem Wunschziel nach Wiederwahl deutlich näher.

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Kommentare zum Eintrag Wahl ohne Sieger

"Sie verlangt absoluten Pragmatismus und einen kühlen Kopf." Dazu gehört noch Realismus. Und schon haben wir die drei Dinge, die den Politikern nach der gestrigen Wahl zu fehlen scheinen. "Der Auftritt in der Elefantenrunde von ARD & ZDF war aber doch ziemlich frech [...]". Frech? Auch, ja. Ich fand ihn zusätzlich noch peinlich. "Gerade hörte ich, dass in Berlin das Gerücht nach Merkels Rücktritt die Runde macht". Das klingt doch nach etwas Realismus. Nicht, dass die Position von Frau Merkel gegenüber den anderen Parteien so schwach wäre. Eher schon ihre Position in den eigenen Reihen. Ich persönlich führe das schlechte Abschneiden der CDU nicht zuletzt auf das Verhalten ihrer eigenen Soldaten und Offiziere zurück, die sie und ihre Position kräftig demontierten.

Frank Hamm am 19.09.05 07:58

Diese Ergebnis hat insbesondere gezeigt, dass viele der Parteien, die sich selbst als demokratisch bezeichnen, mit dem jetzt stattfindenden Prozess der Regierungsbildung anscheinend nicht zurecht kommen. Demokratie besteht halt nicht nur aus Kreuzchen und Urnen, sondern auch daraus, um Positionen zu streiten und Kompromisse zu finden. Demnach ist die FDP die undemokratischste Partei bei dieser Wahl. Friedrich Nowotny hat es ganz richtig gesagt. Jemandem das Gespräch zu versagen ist zutiefst undemokratisch!

Markus Brinkmann am 19.09.05 15:02

Warum ist eine Zusammenarbeit mit der Partei der ex-Stasi-IMs "völlig unverständlich"? :(

Mag am 19.09.05 16:12

Die Deutschen wollen belogen werden. Darin ist die SPD Spitze. Wer vorher die Wahrheit sagt wird abgestraft. Erst wenn die Sozialjunkies ganz unten sind, lassen sie sich helfen

Hans H Bodewig am 19.09.05 19:26

Lieber Frank, ich finde die Ablehnung der Linkspartei nicht unverständlich, denn immerhin haben deren Parteianhänger das in ihrem Wahlkampf immer so aufgebaut: Sie nannten die anderen Parteien alle zusammen sogar die "Neoliberale Einheitspartei" (das ist natürlich als SED-Nachfolger fast schon frech), sprachen davon, Bundespolitik zu verhindern.
Andererseits würde sich natürlich in der Regierungsverantwortung schnell erweisen, dass das Programm so überhaupt nicht haltbar ist. Reale PDS-Politik sieht ja auch anders aus. Ein Blick nach Berlin genügt.
Auf jeden Fall bin ich gespannt, ob die Linkspartei einige Zeit in dieser parteiinternen Konstellation zusammenarbeiten kann, oder ob es in absehbarer Zeit wieder Mitgliedsaustritte gibt.

Lupita Gómez am 20.09.05 01:01

Liebe Lupita,
ich finde eine Ablehnung der Linkspartei durchaus verständlich (hast Du evtl. Mag gemeint?). Schließlich hat die linke.PARTEI auch schon mal jegliche Regierungsverantwortung abgelehnt und will sowieso nur in die Opposition und dagengen sein. Für mich persönlich kommen diese Parteien (Linkspartei, Linkspartei.PDS, SED, Linke., Linke.PDS und wie sie alle heißen) auch nicht Frage.

Frank Hamm am 20.09.05 15:09

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Bild von Uwe Richert, Rechte: WDR

Zirkus in Berlin

Was hatten wir erwartet nach einem Wahlkampf mit Parteien, die mehr
verunsicherten als versicherten. Ein Spiel mit der Angst der Wähler. Mit Parteien, die sich gegenseitig verbal verhackstückten. Ein Bundeskanzler, der Neuwahlen mit einem Misstrauensvotum inszenierte, um sich anschließend selbstverständlich zur Wahl zu stellen. Ein Bundeskanzler, der am Wahlabend das Wahlergebnis selbstsicher
interpretiert und verkündet, ich bin der neue und alte Bundeskanzler.

Die Wähler haben gewählt. Ein zerrissenes, aufgewühltes, verunsichertes Volk hat gewählt. Was kann man da erwarten. Das Wahlergebnis ist nicht ganz so unerwartet, wie es jetzt dargestellt wird. Alle Parteien (anteilig nach dem Wahlergebnis), die nun im Bundestag vertreten sind, sollten nach der Wahl im Bundestag eine interne Wahl durchführen, um den Bundeskanzler zu wählen. Die "Clübchenbildung", die mehr gegeneinander als miteinander und erst recht nicht für Deutschland agieren, ist nicht mein Verständnis von Demokratie und nicht im Sinne der Steuerzahler, die diesen "Zirkus" finanzieren. Wenn in Berlin und anderswo die Wähler mehr wert sind als ein Kreuzchen am Wahltage, dann sollte überlegt werden, was in Zukunft besser gemacht werden könnte.

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Der Auftakt der Elefantenrunde mit einem "selbstsicheren" Schröder war eine Frechheit. Seine Medienschelte war wohl mehr als peinlich. Diesem Kanzler ist wohl etwas in den Kopf gestiegen .... vielleicht machte ihn ein Glas Alkohol übermütig. Dieser Basta-Kanzler zeigte sein wahres Gesicht: "Ich bin der König vom Deutschland ... in Zukunft hören auch ARD und ZDF auf mein Kommando!" - Nein, so kann er mit seriösen Journalisten nicht umspringen. Er wird sich wahrscheinlich dafür noch entschuldigen; warten wir's ab.

Frans W. Zeulen am 18.09.05 22:31

Der Stil und der Ton von Herrn Schröder lies doch sehr zu wünschen übrig. Zu dem heutigen Selbstverständnis vieler Politiker hauptsächlich viel Wind und viel Zirkus machen zu müssen paßt der Auftritt leider doch wieder.

Frank Hamm am 19.09.05 07:44

*Frans W. Zeulen zustimm* "Natürlich wirkte der Auftritt Schröders ziemlich dreist und peinlich,...", gibt sogar unser SPD-Freund hier bei buergerblog zu.

Mag am 19.09.05 16:13

Damit hat sich Schröder wohl selbst den Gnadenstoss gegeben. Er zeigt sein wahres Gesicht. Deutschland wird feststellen, dass es sich unter der Führung einer Frau gut leben lässt. Warum nicht Schwarz-grün-gelb?

Uwe Richert am 20.09.05 07:11

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Bild von Frank Hamm, Rechte: WDR

Endzeit

Das habe ich bis jetzt von dem voraussichtlichen Ergebnis der Bundestagswahl und den Aussagen der Politiker mitgenommen: Zwar hat Rot/Grün keine Mehrheit mehr, aber grundsätzlich haben alle Parteien gewonnen. Und alle Parteien beweihräuchern sich. Endzeitstimmung kommt bei mir auf.

Meine ganz persönlichen und subjektiven Eindrücke zum (wahrscheinlichen) Wahlergebnis und den Kommentaren der Politiker:

Da die FDP und die Grünen in die Opposition wollen, und die Linke.PARTEI sowieso noch nie regieren wollte, läuft es für mich auf eine große Koalition hinaus. Die Aussagen der Politiker (die können sich im Laufe der nächsten Stunden allerdings noch öfters ändern) scheinen dies zu bestätigen. In einem, und zwar nur in einem Punkt gebe ich Herrn Stoiber recht: "Entscheidend ist eine stabile Regierung." Wir könnten in Deutschland den Rest des Jahres sicherlich noch ein paar Mal bundestagswählen. Allerdings nur, wenn wir auch die Schwabenheimer Kerb und das gute Wetter wiederholen. Aber nur dann.

Inzwischen könnten SPD und CDU/CSU heute abend einen Rechenschieber bedienen und mit den Prozentzahlen jonglieren. Dann sollten sie spätestens nach 2 Stunden Klartext reden und sich offen zur großen Koalition bekennen. Und dann das tun, wovon sie immer reden. Gut Regieren.

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Grosse Koalition nein Danke!
Nicht noch mehr Stillstand!
Oder glaubt irgendwer in diesem Land, dass das eine Lösung brächte?
Wir brauchen eine handlungsfähige Regierung ... warum nicht Schwarz - Gelb - Grün ?

a Bayer am 18.09.05 20:58

Schwarz-gelb-grün: Das wäre für mich unvorstellbar!

Lupita Gómez am 19.09.05 00:44

Ich glaube nicht, dass Schwarz/Gelb/Grün eine handlungsfähige Regierung wäre. Abgesehen davon, dass davon auch die FDP nicht überzeugt ist. Die Positionen (insbesondere Atom- und Umweltpolitik von FDP und Grünen) sind viel zu weit voneinander entfernt.
Freuen über eine große Koalition würde ich mich nicht gerade, aber das, worauf sie sich einigen würde, könnte sie wenigstens durchsetzen.

Frank Hamm am 19.09.05 07:40

Mitregiert hat die jeweils in der Opposition befindliche Regierung doch sowieso schon seit Kohls Zeiten - nämlich über den Bundesrat. Wenn die beiden großen jetzt in Berlin in der Pflicht sind, dann ist wenigstens mit dieser Taktiererei und Blockiererei Schluss. Leid tut es mir nur um den einzigen exzellenten Politiker der letzten Jahre: den grünen Außenminister, der Deutschland gut gedient hat.

Joerg Buesching am 19.09.05 09:38

Am liebsten wäre mir als JamaiKanzler der Oswald Metzger. *g*

Mag am 19.09.05 16:14

Es ist ja nicht so, dass ich die "Linke" besonders mögen wurde mit Gysi und Lafontaine, aber die sind nun mal der Sieger (wenns überhaupt einen gibt). Wieso wird dauernd diese FDP als Sieger bezeichnet? Die haben wesentlich weniger Prozent dazugewonnen als die Linke. Meines Erachtens haben im Grunde die Wähler doch eines deutlich signalisiert: Das wichtigste Thema ist die Arbeitslosigkeit, der SPD wird wohl nicht die Schuld gegeben an der Lage, und die Mehrheit scheint wohl keinen Abbau der Arbeitslosigkeit um jeden Preis zu wollen (wie man wohl von CDU und FDP hätte erwarten können). Für mich ist es nach langer zeit das erste Mal, dass ich zu den Wählern sagen kann: Gut gemacht. Denn jetzt müssen die Politiker zeigen, ob sie wirklich gewillt sind, Probleme zu bearbeiten und zu lösen und nicht nur taktierende Machtk(r)ämpfe miteinander auszutragen.

Franktireur am 20.09.05 00:26

@Franktireur:
"die sind nun mal der Sieger". Kann man so sehen, aber deren Gewinn verteilt sich zwei Personen (G/L) und auf zwei Parteien. Da gab es doch mal, ach ja: WASG lautet der Name :-)
"nicht nur taktierende Machtk(r)ämpfe miteinander auszutragen": Bislang kann ich da leider noch keine Bewegung sehen.

Frank Hamm am 20.09.05 14:58

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Bild von Lupita Gómez, Rechte: WDR

Erste Wahlsplitter

ES GILT TROTZ ALLEM ABZUWARTEN

Erleichterung über das Ergebnis, aber Erstaunen über Franz Müntefering und seine Aussage, Gerhard Schröder bleibt Bundeskanzler. Hat er nicht von Edmund Stoiber gelernt?
Der bayrische Ministerpräsident wiederum lächelt süffisant, wippt ein wenig auf und ab und steht unablässig neben Angela Merkel.
Erstaunen auch über das gute, bundesweite Abschneiden in der FDP, in Berlin wird das vielleicht anders sein?
Paar.jpg
Immer besser wird die lila Partei, die sich selbst die Farbe rot zuordnet. Lothar Bisky reckt die geballte Faust in die Höhe.
Vor der Berliner Volksbühne herrscht relative Ruhe, die dortige Wahlparty wird wohl erst später in Gang kommen. Das vor der Volksbühne installierte Depressionsbarometer für Deutschland befindet sich mit einem Wert von 32 im Normalbereich. Im Land also alles paletti? Es gilt auf jeden Fall abzuwarten!
Unsere Nachbarn haben ihr Staatsbürgerrecht wahrgenommen und sind ins Wahllokal zur Überwachung der Auszählung gegangen. Es wird gezählt und gezählt, da die Probe ein paar Mal nicht stimmig ist.
Auf jeden Fall sieht es für den Direktkandidaten Hans-Christian Ströbele nicht schlecht aus.

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Nein, wie es ausschaut, hat Schröder NICHT "von Edmund Stoiber gelernt"! Sondern sich einen peinlichen Auftritt in der Berliner Runde geleistet...

Mag am 19.09.05 16:17

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Bild von Frank Hamm, Rechte: WDR

Wahlzeit

Es ist jetzt kurz vor 18:00 Uhr in Deutschland. Die Wahlforschungsinstitute beginnen ihre Messer zu wetzen, und ich sitze hier vor dem PC und reflektiere den heutigen Tag.


Zum Wahllokal

Jetzt sind wir zuhause und sind vor lauter Wählen schon ganz erschöpft. Wir sind beide sehr gespannt auf die ersten ...

*** ZWISCHENBERICHT ***
Es ist 18:00 Uhr. Die erste Prognose im ZDF in zwei Sätzen:
Rot/Grün: Keine regierungsfähige Mehrheit. Schwarz/Gelb: Keine regierungsfähige Mehrheit.
*** ZWISCHENBERICHT ENDE ***

... Wahlprognosen und -hochrechnungen und - ergebnisse. Bleibt die Frage: Kommt die Große Koalition???

Was ich gewählt habe? Leberklöß' mit Sauerkraut. Ich bin gespannt, ob ich mir nicht den Magen verdorben habe.

Sorry, das ich mich jetzt verziehe. Sie verstehen? Ich muss zum Fernseher, ein Programm wählen...

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Wie wäre es denn mit einer Koalition aus CDU, FDP und SPD.
Es geht doch um Deutschland!

Eckhard Zuschlag am 19.09.05 21:05

Es wird / wäre mit SPD/CDU schon schwierig genug, inhaltlich zusammenzukommen und dann auch noch die Minister-, Staatssekretärsposten etc. zu verteilen :-) Dabei müssten dann inhaltlich viele Positionen aufgegeben werden. Mit einer weiteren Partei sehe ich das als noch schwieriger an und sehe daher auch keine Chance (da SPD+CDU bereits fast 70 Prozent vereinigen würden). Mit einer anderen 3-Parteien-Koalition wird es ähnlich kompliziert.

Frank Hamm am 20.09.05 14:47

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Bild von Christian Meyer, Rechte: WDR

Keiner der Großen als Gewinner

Die ersten Hochrechnungen sind da, und das Ergebnis zeigt deutliche Abweichungen von den Prognosen. Scheinbar hat das Volk doch nicht den Wechsel gewollt, wie ihn Angela Merkel propagiert hat. Die drei kleinen Parteien haben bis auf die Grünen stark zugelegt. Ich bin sehr gespannt, bis die großen Wahlkreise ausgezählt sind.

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Bild von Lupita Gómez, Rechte: WDR

Kurz vor

DIE WAHLLOKALE SCHLIEßEN GLEICH
Alex.jpgEin schöner, etwas herbstlicher Tag, in Berlin sind auffallend viele Menschen unterwegs, auch in meinem ansonsten eher beschaulichen Kiez. In meinem Wahllokal kommen die Wähler "hintereinander weg", wie die Auskunft der Wahlhelferin lautet. Kämpfen bis zur letzten Minute war angesagt, aber in Berlin ist kein Wahlstand mehr zu sehen. Bald gibt es die ersten Wahlprognosen, ich werde sie mir gleich im Kinofoyer ansehen. Da es einige "Wahlpartys" in der Stadt gibt, habe ich nachher die Qual der Wahl. Wir werden sehen. Auf jeden Fall habe ich starkes Herzklopfen!

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Bild von Christian Meyer, Rechte: WDR

Die Entscheidung steht bevor...

Genauso wie Frank habe ich am Freitag und Samstag versucht, mich der Politik und dem Wahlkampf zu entziehen. Gestern Abend war ich in der Disko und habe ziemlich viele Gespräche geführt. Die Leute scheinen in den letzten Tagen mehr Klarheit gewonnen zu haben. Was vor vier Wochen noch sehr unklar und teilweise gegensätzlich klang, war in den gestrigen Gesprächen von ziemlicher Klarheit geprägt. Diese Wahl steht so im Mittelpunkt der Gesellschaft, wie keine zuvor.

Auch ich habe meine Entscheidung getroffen und werde in den nächsten Minuten, bei schönstem Wahlwetter, wählen gehen. Zumindest scheint durch das Wetter eine hohe Wahlbeteiligung garantiert zu sein.

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Das Zittern kennt keine Grenzen, die Nerven sind zum Zerreissen gespannt... wenn alles mit rechten Dingen zugeht, müsste es aber für Schwarz-Gelb gereicht haben. :)

Mag am 18.09.05 17:35

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Bild von Lupita Gómez, Rechte: WDR

Aber

ABER WARUM ABER?

Viele, viele Gespräche in den letzten zwei Monaten, mein Freundeskreis musste einiges "ertragen" wegen meines Wahlfiebers.

In den vielen Auseinandersetzungen kam ich immer wieder an einen Punkt: Was ich nicht missen möchte an diesem Land, sind gelebte Demokratie, unseren Frieden und die noch halbwegs bestehende soziale Gerechtigkeit. Gerade bezüglich der ersten beiden Punkte habe ich immer wieder ein "Aber" als Antwort erhalten: Aber das ist doch gar keine wirkliche Demokratie! Aber was nützt uns die Demokratie? Aber die machen doch eh, was sie wollen.

Affen (Rechte: Gómez)"Vor lauter Bäumen den Wald nicht sehen." - Ich glaube, die kollektive Fruststimmung, die wie Mehltau über diesem Land hängt, verhindert einen klaren Blick. Demokratie und Frieden sind die unabdingbare Voraussetzung für ein glückliches Leben.

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