ODER: ERST EINMAL ABWARTEN
Die Wahlergebnisse sind da, jetzt ist die Zeit für Interpretationen. Da lese und höre ich, die Wähler konnten sich nicht wirklich entscheiden, frei nach dem Motto "wasche mich, aber mach mich nicht nass". Die Börse reagiert sensibel, die Aktienkurse für Energiekonzerne wie EON, die zumindest auf eine Lockerung der Umweltschutzpolitik spekuliert hatten, geben nach.

Was ich darüber denke? Es gibt zwei Lager in Deutschland: Die einen, die ihren Schwerpunkt in der optimalen Förderung der Wirtschaft sehen, die anderen, die einen Verlust von sozialen Werten in der Gesellschaft nicht hinnehmen wollen. Die Wähler waren nicht unentschieden, sondern haben je nach persönlicher Gewichtung ihre Stimmen vergeben.
[mehr]Mag am 20.09.05 16:02
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Zum SeitenanfangDas Schlimmste, was passieren könnte, ist passiert. Niemand oder - wie es gerne dargestellt wird - alle haben gewonnen. Doch ist niemand wirklich glücklich mit diesem Ergebnis. Wie ein Albtraum, nur dass man morgens aufwacht, und er ist wahr.
Es war eine Schlammschlacht auf beiden Seiten, und es wurden auf beiden Seiten grobe Fehler gemacht. Deutschland braucht so sehr den Aufschwung, eine Belebung der Konjunktur und des Arbeitsmarktes. Es war alles vergebens. Die neuen Schlagwörter heißen nun "Ampel- oder Jamaika-Koaliton". Die Welt lacht über unser Wahldebakel. Herr Schröder beansprucht wie Frau Merkel das Amt des Bundeskanzlers. Wenn der Mann auch nur ein bisschen Anstand hätte, nach seinem Misstrauensvotum ... Doch dazu gehört wahre Größe. Hier geht es nur um Macht, um Geld - am wenigsten um Deutschland. Der Supergau, war ein Supergau in mein Vertrauen an die Wähler. Sie, die Wähler haben sich einlullen lassen von dem Medienkanzler. Die Reformen der SPD in den letzten sieben Jahren haben die Deutschen reformmüde gemacht. Viele Wähler haben genug von Gesetzes- und Reformwirrwar. Allein das Wort Reform bringt die Gemüter in Wallung. Doch eines ist Gewiss, - die Geschichte ist noch lange nicht zu Ende. Es scheint, als ginge es jetzt erst so richtig los.
Zum SeitenanfangKaum ist die Wahl vorbei - und die Ergebnisse stehen zumindest vorläufig fest - wartet man darauf, dass Köpfe rollen.
Spiegel Online: Merkels bittere Stunde Aus dieser Sichtweise war der Auftritt von Schröder taktisch brilliant inszeniert.
Natürlich wirkte der Auftritt Schröders ziemlich dreist und peinlich, hat aber bewirkt, dass er geradezu als unangreifbar gilt, und die Medien auf das Einknicken von Angela Merkel warten. In der zweiten Reihe warten geduldig die Wölfe wie zum Beispiel Roland Koch oder auch Edmund Stoiber auf ihre Chance. Auch wenn es immer wieder anders behauptet wurde und auch anders schien, hat Angela Merkel offensichtlich nicht den Stand innerhalb der CDU, den sie haben müsste. Kohls kleines Mädchen steht in dieser schweren Stunde ziemlich allein und muss sehen, wie sie diese Situation meistern kann.

Schröder auf der anderen Seite gibt sich nach wie vor siegessicher und weiß, dass es mit Sicherheit nicht ohne ihn und die SPD gehen kann. Seine Taktik mit der Neuwahl scheint aufgegangen zu sein, und der große Spieler wird um jeden Trumpf erbittert kämpfen.
In der derzeitigen Situation weiß ich auch nach einmal schlafen nicht, ob die Große Koalition so gut wäre, oder ob Neuwahlen nicht doch besser wären. Das Dilemma aus den Wochen vor der Wahl scheint sich auch danach fortzusetzen. Eine stabile Regierung wird wohl nur unter großer Kraftanstrengung zu realisieren sein. Auch der Dresdner Wahlkreis scheint keine Besserung der Situation mehr zu bewirken.
Thomas Lütteke am 19.09.05 15:23
Mag am 19.09.05 16:07
Reinhard Köhler am 19.09.05 16:42
Ulrich Siewers am 19.09.05 20:59
Christopher Schmitz am 19.09.05 22:13
Peter am 20.09.05 12:42
H.Schweinsberg am 20.09.05 16:56
Uwe Richert am 23.09.05 13:11
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Zum SeitenanfangHeute morgen komme ich nicht so richtig in Gang. Müde öffnen sich meine Äuglein. Gestern Abend gab es ja irgendwie doch nichts Neues mehr. Aber heute morgen: Da muss sich doch inzwischen etwas getan haben!
Mein Blick in die Tageszeitung und ein nervöses Surfen im Netz sagen mir allerdings: Träum weiter, Prozente und Politiker bleiben sich treu! Doch ich bin bereits wach, und meine Katerstimmung wird schlimmer. Doch halt, da wäre ich fast vorbeigesurft:
Ich scheine nicht der einzige mit einer Katerstimmung zu sein. Wie
Spiegel Online meldet, "[...] will sich der Heidelberger Professor wieder der Wissenschaft zuwenden". Kirchhof sei wohl enttäuscht über die Kritik an seinen politischen Vorstellungen. Er ist sicherlich nach seiner Demontage durch Mitstreiter ernüchtert aufgewacht und hat eine Katerstimmung. Möglicherweise hat auch Angela Merkel inzwischen eine Katerstimmung - das bleibt zu vermuten nach den Berliner Gerüchten nach der
Wahl ohne Sieger.
[via Wahlblog: "Kirchhof dankt ab" ]
frans w. zeulen am 19.09.05 11:11
Mag am 19.09.05 16:09
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