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Bürger-Weblog - Die Wölfe warten schon...

Montag, 19.09.2005

Bild von Christian Meyer, Rechte: WDR

Die Wölfe warten schon...

Kaum ist die Wahl vorbei - und die Ergebnisse stehen zumindest vorläufig fest - wartet man darauf, dass Köpfe rollen. WWW: Spiegel Online: Merkels bittere Stunde Aus dieser Sichtweise war der Auftritt von Schröder taktisch brilliant inszeniert.

Natürlich wirkte der Auftritt Schröders ziemlich dreist und peinlich, hat aber bewirkt, dass er geradezu als unangreifbar gilt, und die Medien auf das Einknicken von Angela Merkel warten. In der zweiten Reihe warten geduldig die Wölfe wie zum Beispiel Roland Koch oder auch Edmund Stoiber auf ihre Chance. Auch wenn es immer wieder anders behauptet wurde und auch anders schien, hat Angela Merkel offensichtlich nicht den Stand innerhalb der CDU, den sie haben müsste. Kohls kleines Mädchen steht in dieser schweren Stunde ziemlich allein und muss sehen, wie sie diese Situation meistern kann.

Schröder auf der anderen Seite gibt sich nach wie vor siegessicher und weiß, dass es mit Sicherheit nicht ohne ihn und die SPD gehen kann. Seine Taktik mit der Neuwahl scheint aufgegangen zu sein, und der große Spieler wird um jeden Trumpf erbittert kämpfen.

In der derzeitigen Situation weiß ich auch nach einmal schlafen nicht, ob die Große Koalition so gut wäre, oder ob Neuwahlen nicht doch besser wären. Das Dilemma aus den Wochen vor der Wahl scheint sich auch danach fortzusetzen. Eine stabile Regierung wird wohl nur unter großer Kraftanstrengung zu realisieren sein. Auch der Dresdner Wahlkreis scheint keine Besserung der Situation mehr zu bewirken.

Weitere Verweise zu Die Wölfe warten schon...

Kommentare zum Eintrag Die Wölfe warten schon...

Den Auftritt Schröders als "brilliant inszeniert" zu bezeichnen, ist ja fast noch dreister als besagter Auftritt selbst. Für mich gilt er jetzt jedenfalls nicht als "unangreifbar", sondern eher als jemand, der mit aller Macht an seinem Stuhl klebt, und dem die eigene Position deutlich wichtiger ist als das Wohl des Landes. Und wenn man mal nur ein bisschen nachdenkt über das, was er gestern genau gesagt hat, dann merkt man auch schnell, dass er sich vor allem unglaubwürdig gemacht hat: Auf der einen Seite stellt er die Veröffentlichung von Meinungsumfragen als Stimmungsmache der Medien dar (und das vom so genannten "Medienkanzler"...), auf der anderen Seite nutzt er aber genau diese Meinungsumfragen, um das Abschneiden der Union, die ja immerhin stärkste Fraktion im Bundestag ist, als "desaströse Niederlage" zu bezeichnen. Und für die Aussage, dass die Menschen ihn schließlich lieber als Kanzler hätten, nutzt er auch die Ergebnisse der Meinungsumfragen - direkte Wahlergebnisse zu dieser Frage gibt es ja nicht. Man kann jedenfalls nicht die Umfragen, die ins eigene Konzept passen, für sich selbst benutzen und die eher unangenehmen als Manipulationsversuche der Medien bezeichnen.
Der (noch?-)Kanzler hat jedenfalls meiner Meinung nach mit diesem Auftritt keine Stärke, sondern nur Schwäche gezeigt.

Thomas Lütteke am 19.09.05 15:23

"Natürlich wirkte der Auftritt Schröders ziemlich dreist und peinlich,..." stimmt. Er soll dem Vernehmen nach vorher schon einige Gläschen Wein intus gehabt haben... ;) " hat aber bewirkt, dass er geradezu als unangreifbar gilt, ..." wie bitte? Das verstehe, wer will! Es ist absurd. Sein gestriger Auftritt hat ihn endgültig disqualifiziert. Er hat gefälligst zu akzeptieren, dass die Union mit 3 Mandaten Vorsprung die stärkste Fraktion stellt.

Mag am 19.09.05 16:07

Eigentlich ist die Situation eindeutig: Wer Kanzler wird, entscheidet nicht die stärkste Fraktion oder die größte Partei sondern die Mehrheit des Bundestages. Und die ist links - so wie die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler gewählt haben. Es ist aber interessant, dass der Münte das nicht sagt, sondern so "herumeiert". Offensichtlich will er fast jede zehnte Stimme nicht wahrhaben. Mich erinnert das an die Situation nach den ersten parlamentarischen Erfolgen der Grünen.

Reinhard Köhler am 19.09.05 16:42

Schröders Auftritt in der "Elefantenrunde" war nicht der eines Staatsmannes, sondern er war ausgesprochen "prollig". Man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass er unter dem Einfluß von berauschenden Mitteln war. Diesen (Ab-)Kanzler haben die Wähler wirklich nicht verdient.

Ulrich Siewers am 19.09.05 20:59

Wenn man ehrlich ist, hat Schröder einzig und alleine nur ein besseres Auftreten, das allerdings durch seinen inszinierten Auftritt bei der ARD nicht nur arrogant - sondern fast überheblich auf die Wähler gewirkt haben muss. Wer glaubt, nur durch das äußere Auftreten ohne Fakten bzw. mit leeren Versprechungen sich weiterhin auf Dauer im Amt halten zu können, ist schlichtweg auf dem Irrweg. Der Wähler hat klar gemacht, dass er es der Politik nicht mehr einfach machen möchte, keinen klaren Wechsel und keine Fortführung des rot-grünen Disasters. Die FDP hat auch nach Meinung der Wähler ihren Kurs endgültig bestimmt, weder mit der SPD noch mit der PDS ins Boot zu steigen. Dies dürfte durchaus im Interesse des Wählers selbst sein. Doch wer zuletzt den Kanzler wirklich stellt, bleibt noch ungewiss. Man sollte jedoch nicht außer Acht lassen, dass in einem demokratischen System die Mehrheit entscheidet und nicht die Minderheit. Und nun das Wesentlichste:
Die Notausspielung bzw. Notaussagen der SPD um sich aus dem Disaster retten zu wollen, dass die CDU/CSU zwei unabhängige Parteien sind schlägt sprichwörtlich fehl. Man muss beachten, dass die CDU und CSU ihre Wahlkreise deutlich getrennt hat, der Norden des Landes kann ausschließlich die CDU, der Süden ausschließlich die CSU wählen, somit erfolgt keine bundesweite Wahl. Weiterhin existiert seit 1949 ein Abkommen zwischen diesen Parteien, daher wird eine juristische Ausspielung dessen fehlschlagen. Sehr lange wird dieses Argument also wahrscheinlich nicht mehr ausgespielt werden können.

Christopher Schmitz am 19.09.05 22:13

Es bleibt spannend. Selbst Koch hält wohl alles für offen:http://www.roland-koch.de/Koch-Es-wird-ungewoehnliche-Konstellationen-geben/1127120117.html

Peter am 20.09.05 12:42

Ist schon interessant, wie schlecht unser Kanzler gesehen wird. Ich fand den Auftritt während der Elefantenrunde vollkommmen OK. Er war etwas angeschlagen...
Auch mit der Sichtweise, dass CDU/CSU 2 Parteien sind, bin ich einverstanden: Wo es für beide Parteien als günstig erscheint (wie z.B. zu zweit in der Elefantenrunde aufzutreten) wird darauf abgehoben- in anderen Fällen dann aber nicht. Was soll das?
Ich finde jedoch das Auftraten der beiden Moderatoren als schlimm. Nicht nur, dass die rot-grüne Seite weniger zu Worte kam, sie wurde auch noch in unannehmbarer Form (zumindest in Person des Bundeskanzlers) angegeangen, als wäre der Bundeskanzler ein Schuljunge.
DAS kann ICH nicht akzeptieren.
Bei all der Kritik- mehr als 20 Mio Menschen haben die SPD gewählt. Da erbitte ich mir mindestens von den "neutralen" Moderatoren der Öffentlich-Rechtlichen einen entsprechend moderaten und respektvollen Ton.

H.Schweinsberg am 20.09.05 16:56

Hallo Christian
Wenn du mal ein wenig kloppen möchtest, besuch mich mal in Hamm in meiner Kampfkunst Wing Tschun Schule, im Relax - Gym, Caldenhofer Weg 83, montags und donnerstags um 20.00 Uhr. Ansonsten sag ich Adieu. Es war schön mit euch und vor allem fair. Das trifft man heute selten.
Gruß Uwe

Uwe Richert am 23.09.05 13:11

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