Das habe ich bis jetzt von dem voraussichtlichen Ergebnis der Bundestagswahl und den Aussagen der Politiker mitgenommen: Zwar hat Rot/Grün keine Mehrheit mehr, aber grundsätzlich haben alle Parteien gewonnen. Und alle Parteien beweihräuchern sich. Endzeitstimmung kommt bei mir auf.
Meine ganz persönlichen und subjektiven Eindrücke zum (wahrscheinlichen) Wahlergebnis und den Kommentaren der Politiker:
Da die FDP und die Grünen in die Opposition wollen, und die Linke.PARTEI sowieso noch nie regieren wollte, läuft es für mich auf eine große Koalition hinaus. Die Aussagen der Politiker (die können sich im Laufe der nächsten Stunden allerdings noch öfters ändern) scheinen dies zu bestätigen. In einem, und zwar nur in einem Punkt gebe ich Herrn Stoiber recht: "Entscheidend ist eine stabile Regierung." Wir könnten in Deutschland den Rest des Jahres sicherlich noch ein paar Mal bundestagswählen. Allerdings nur, wenn wir auch die Schwabenheimer Kerb und das gute Wetter wiederholen. Aber nur dann.
Inzwischen könnten SPD und CDU/CSU heute abend einen Rechenschieber bedienen und mit den Prozentzahlen jonglieren. Dann sollten sie spätestens nach 2 Stunden Klartext reden und sich offen zur großen Koalition bekennen. Und dann das tun, wovon sie immer reden. Gut Regieren.
Grosse Koalition nein Danke!
Nicht noch mehr Stillstand!
Oder glaubt irgendwer in diesem Land, dass das eine Lösung brächte?
Wir brauchen eine handlungsfähige Regierung ... warum nicht Schwarz - Gelb - Grün ?
a Bayer
am 18.09.05 20:58
Schwarz-gelb-grün: Das wäre für mich unvorstellbar!
Lupita Gómez
am 19.09.05 00:44
Ich glaube nicht, dass Schwarz/Gelb/Grün eine handlungsfähige Regierung wäre. Abgesehen davon, dass davon auch die FDP nicht überzeugt ist. Die Positionen (insbesondere Atom- und Umweltpolitik von FDP und Grünen) sind viel zu weit voneinander entfernt.
Freuen über eine große Koalition würde ich mich nicht gerade, aber das, worauf sie sich einigen würde, könnte sie wenigstens durchsetzen.
Frank Hamm
am 19.09.05 07:40
Mitregiert hat die jeweils in der Opposition befindliche Regierung doch sowieso schon seit Kohls Zeiten - nämlich über den Bundesrat. Wenn die beiden großen jetzt in Berlin in der Pflicht sind, dann ist wenigstens mit dieser Taktiererei und Blockiererei Schluss. Leid tut es mir nur um den einzigen exzellenten Politiker der letzten Jahre: den grünen Außenminister, der Deutschland gut gedient hat.
Joerg Buesching
am 19.09.05 09:38
Am liebsten wäre mir als JamaiKanzler der Oswald Metzger. *g*
Mag
am 19.09.05 16:14
Es ist ja nicht so, dass ich die "Linke" besonders mögen wurde mit Gysi und Lafontaine, aber die sind nun mal der Sieger (wenns überhaupt einen gibt). Wieso wird dauernd diese FDP als Sieger bezeichnet? Die haben wesentlich weniger Prozent dazugewonnen als die Linke.
Meines Erachtens haben im Grunde die Wähler doch eines deutlich signalisiert: Das wichtigste Thema ist die Arbeitslosigkeit, der SPD wird wohl nicht die Schuld gegeben an der Lage, und die Mehrheit scheint wohl keinen Abbau der Arbeitslosigkeit um jeden Preis zu wollen (wie man wohl von CDU und FDP hätte erwarten können). Für mich ist es nach langer zeit das erste Mal, dass ich zu den Wählern sagen kann: Gut gemacht. Denn jetzt müssen die Politiker zeigen, ob sie wirklich gewillt sind, Probleme zu bearbeiten und zu lösen und nicht nur taktierende Machtk(r)ämpfe miteinander auszutragen.
Franktireur
am 20.09.05 00:26
@Franktireur:
"die sind nun mal der Sieger". Kann man so sehen, aber deren Gewinn verteilt sich zwei Personen (G/L) und auf zwei Parteien. Da gab es doch mal, ach ja: WASG lautet der Name :-)
"nicht nur taktierende Machtk(r)ämpfe miteinander auszutragen": Bislang kann ich da leider noch keine Bewegung sehen.
Frank Hamm
am 20.09.05 14:58