THEMA: UMWELT- UND ENERGIEPOLTIK
Ganz Berlin 'ne Wolke - um genau zu sein: Zumindest über Ostberlin hängt dicke Luft, denn in der nordöstlich von Berlin gelegenen Kleinstadt Bernau brennt seit Mitternacht ein Recyclinghof.
Ganz unabhängig davon ist der heutige bundesweite Aktionstag der Grünen "gegen den Rückschritt" zu sehen, in Berlin findet er an der touristischen Flaniermeile "Unter den Linden" statt, im virtuellen Netz auf der Startseite der Grünen-Website.
Fünf vor zwölf - dieses Symbol will die versammelte grüne Schar nutzen, um zu verdeutlichen, wie sie einen schwarz-gelben Regierungswechsel bewerten.
Dabei sind auch etliche Jugendliche und Kinder, die sich durch ihre grünen T-Shirts als "Macher" und "Macherinnen" ausweisen, der grüne Nachwuchs sozusagen. Auf Nachfrage erzählt mir ein 12-Jähriger, dass er heute seinen "grünen" Vater unterstützt - nebenbei bemerkt: sein Plakat hat für mich eine überzeugende Botschaft: Zu sehen sind Bundeswehrsoldaten, die Überschrift "Merkel lass uns in Frieden" spielt auf die außenpolitische Haltung der CDU/CSU an.
Diese spricht auch Frontmann und Bundesumweltminister Jürgen Trittin an, als er Colin Powell zitiert (siehe auch Berliner Morgenpost vom 10.09.2005) und unverständig über die unveränderte Haltung von Angela Merkel und Wolfgang Schäuble zum Irak-Krieg reagiert.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht jedoch die Energie- und Umweltpolitik, letztlich aber auch die Kommunikationspoltik zu diesen poltischen Zielen. Denn Dosenpfand, Windenergie und Ökosteuer sind in der Bevölkerung wohl mehrheitlich emotional negativ besetzt. Zu der Deutschen liebstes Kind zählt neben Fußball das Auto, hier wogen schnell Wellen der Entrüstung. Ein Grünen-Mitglied, der im Umweltamt Berlin-Zehlendorf tätig ist, meint auch, dass die negative Resonanz nicht richtig vorausgesehen wurde, da man sich nur auf die Sachargumente konzentrierte.
Um etwas gegen diese Stimmung zu setzen, wollen die Grünen zum einen aufklären, aber auch positive Erlebnisse setzen. Wie jede etablierte Partei werden Veranstaltungen und Maßnahmen von einer Werbeagentur unterstützt (siehe auch
politikerscreen.de und
taz). Und die konzipierte sicherlich auch das heutige Angebot an "Give-aways": Süße Atomkraftewerke zum Vernichten (aus Schokoküssen und Waffeln)und genfreies Bioeis, nachdem mit Hilfe eines Energiequiz, positives Wissen zu Ökosteuer & Co. angestoßen wurde.
Das hinderte aber einen grauhaarigen Herrn gar nicht daran, von größerer Entfernung aus immer wieder zu schreien: "Trittin, hör auf!"
Zum SeitenanfangPermanente URL dieser Seite: http://www.buergerblog.de/archives/2005/09/fuenf_vor_zwoel.html