Freitag, 02.09.2005
Christian Meyer
Ich bin ein 28 Jahre alter gelernter Ossi und gebürtiger Geraer(Gersche Fettgusche). Ich arbeite im ostdeutschen Technologieleuchtturm Jena und pendle täglich zwischen beiden Städten.
Die politische Wende und Wiedervereinigung habe ich aktiv begleitet und erlebt und damals meine ersten Erfahrungen mit Politik gemacht. Nach dem Umbrüchen in Politik und Wirtschaft musste auch meine Familie umsteuern und sich neu orientieren. Mittlerweile bezeichne ich mich als Angekommenen und keineswegs frustriert.
Als gerlernter Fernmeldeanlagenelektroniker bin ich seit 2000 als Seiteneinsteiger in der Softwareentwicklung tätig. Das war nur durch immerwährendes Aufstehen und Weiterlaufen möglich. In unserem Land sind viele gestürzt und vielen fehlt die Kraft bzw. das Ziel, um wieder aufzustehen. Das zu beseitigen und endlich den viel beschworenen Ruck durch Deutschland auszulösen, ist die größte Herausforderung der nächsten Jahre.
In den nächsten Wochen möchte ich deshalb mit anderen Bürgern die Programme und Äußerungen der Parteien und Experten bewerten, und so vielleicht bei Wahlentscheidungen zu helfen oder einfach einmal Denkanstöße zu geben.
In meinem Bekannten- und Verwandtenkreis ist ein großes Spektrum vertreten - vom Hartz IV-Empfänger bis zum erfolgreichen Existenzgründer, die mir immer wieder neue Impluse für meine Anschauungen liefern und neue Aspekte aufzeigen.
Weitere Verweise zu Christian Meyer
"...In den nächsten Wochen möchte ich deshalb mit anderen Bürgern die Programme und Äußerungen der Parteien und Experten bewerten, und so vielleicht bei Wahlentscheidungen zu helfen oder einfach einmal Denkanstöße zu geben."
Prima, dann mal viel Vergnügen & Erfolg! Denkanstöße sind immer gut.
Mag
am 06.09.05 17:20
Ihren Kommentar zur Pendlerpauschale kann man einfach nicht unkommentiert lassen. Haben Sie eigentlich nachgedacht, bevor Sie da geschrieben haben? Was soll das heißen? Von der Pendlerpauschale haben nur die Besserverdienenden etwas - fahren nur die weite Strecken? Wenn alle Geringverdiene in der Nähe des Arbeitsplaltzes wohnen - brauchen sie auch keine Entschädigung für Aufwendungen, die für die Fahrt zur ARbeit entstanden sind. Und -dass alle in der Nähe ihres Wohnortes ARbeit finden möchten - ist wohl nur ein frommer Wunsch - oder? Ich muss täglich ca.200 km fahren - Bus und Bahn sind leider nur mit dem dreifachen Zeitaufwand zu benutzen. Als Nicht-Besserverdienende wäre es eine Katastrophe, wenn die Pendlerpauschale, wie Merkel und Co. das beabsichtigen, wegfallen würde. Leider gibt es keine Möglichkeit, meine Tätigkeit in der Nähe meines Wohnortes auszuführen. Es ist Ihnen sicher nicht entgangen, dass wir zu wenig Arbeitsplätze haben. Die Frage ist - soll man einen, der so dämlich ist, arbeiten zu gehen, sich nicht ins soziale Netz fallen zu lassen - auch noch bestrafen? Anscheinend ist das in Ihrem Sinne. Deswegen - erst nachdenken - dann losplappern. Sicher, es gibt bestimmt einige - die diese Pauschale zu Unrecht kassieren (z.B. Fahrgemeinschaften bilden und trotzdem als eigene Fahrt beim Finanzamt angeben) aber - es kann kein Netz so dicht sein,dass es nicht doch Schlupflöcher gibt.
Indipendence
am 08.09.05 10:40
Hallo Indipendence,
vielleicht sollten Sie den Beitrag und die Kommentare nochmal lesen. Dort steht erstmal nur, dass man nach dieser Rechnung die Überlegung nachvollziehen kann. Hauptkritik ist für mich aber nicht, dass es die Pendlerpauschale gibt, sondern dass viele Menschen im mittleren und unteren Einkommensniveau fast gar nichts davon haben. Ein Bekannter von mir pendelt die gleiche Strecke, arbeitet aber im Wach- und Sicherheitsgewerbe. Da er nur einen verschwindend geringen Steueranteil hat, bekommt er demzufolge auch keine Steuerrückzahlung durch die Pendlerpauschale. Bei mir sieht das anders aus, da ich einen großen Lohnsteueranteil habe. Für mich ist also anzustreben, dass wenn es schon einen Pendlerpauschale gibt, diese auch so verteilt wird, dass alle etwas davon haben. Es ist doch ungerecht, dass gerade der, wie sie sagen "der so dämlich ist, arbeiten zu gehen, sich nicht ins soziale Netz fallen zu lassen" ungleich behandelt wird. Was spricht für eine Pauschale, die als Geldwert und nicht als Prozente berechnet wird? Zu Ihrer Information: Ich selbst pendle auch täglich 100 km, aber das steht ja auch in meiner Vorstellung.
Christian Meyer
am 08.09.05 10:58
Permanente URL dieser Seite: http://www.buergerblog.de/archives/2005/09/ich_bin_ein_28.html