...oder: Wählen mit 16?
Bis Freitag, den 09. September heißt es "Jugend wählt! Unter 18 - und ihr habt die Wahl". Dabei fällt der Löwenanteil der als Wahllokal "U18" registrierten Jugendclubs, Schulen, Bibliotheken o.ä. mit 256 an die Stadt Berlin.
Die Grünen und die Linkspartei fordern die Herabsetzung des Wahlalters auf 16, einzelne Politiker wie Paul Kirchhof oder Bundesfamilienministerin Renate Schmidt denken über das Kinderwahlrecht ab 0 Jahren nach.
Grund für mich mit zwei 16-jährigen Mädchen über dieses Thema zu sprechen.
Wie denkt ihr über den Vorschlag, dass Jugendliche ab 16 Jahren wählen dürfen?
Nana: "Man sollte es nicht so eilig haben mit dem Wählen, sonst sind viele dabei, die einfach nur ein Kreuz machen, ohne sich vorab zu informieren.
Ayako: "Viele haben keine Ahnung, auch wenn es nicht so ist, dass wir uns nicht dafür interessieren."
Nana: "Mir ist es jetzt auch noch nicht so wichtig, den Staat mitzubestimmen. Ich glaube, man hat mit 18 mehr Lebenserfahrung und in der Schule schon mehr darüber gesprochen. Vielleicht ist man mit 18 auch schon unabhängig von den Eltern, ist ausgezogen. Sonst wählt man, was Mama und Papa wählen - nach dem Motto 'Meine Eltern werden es schon wissen'."
Ayako: "Sicher gibt es 16-Jährige, die geeignet zum Wählen sind. Aber es gibt so viele, die nur Mist im Kopf haben, sich von jemandem beeinflussen lassen, von Freunden oder vom Gruppenzwang. Ganz viele Kinder haben außerdem keinen Fernseher zu Hause und die sind nicht informiert. Dann gehen noch weniger zur Wahl. Ich bin im allgemeinen eher dagegen, mit 16 zu wählen."
Mehr zum Thema:
Mehr zu "U18" auf der offiziellen Website der Aktion
www.u18.org oder unter
wahl.tagesschau.de.
Familienministerin Renate Schmidt über Paul Kirchhofs Vorschlag zu einem Wahlalter ab 0 in der
netzzeitung.
Aus dem
Grünen-Wahlprogramm: "Jugendliche sind Expertinnen und Experten ihrer eigenen Angelegenheiten. Wir wollen die Partizipation von Jugendlichen. Wir setzen uns dafür ein, das Wahlalter auf 16 Jahre abzusenken, um die politische Beteiligung von Jugendlichen zu verbessern."
Standpunkt der Linkspartei: Linkspartei.PDS fordert die Herabsetzung des Wahlalters auf 16 sowie mehr Mitbestimmungs- und Entscheidungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen."
Ansgar Nolden am 08.09.05 21:43
Mag am 09.09.05 10:41
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