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Bürger-Weblog - Sweet sixteen

Donnerstag, 08.09.2005

Bild von Lupita Gómez, Rechte: WDR

Sweet sixteen

...oder: Wählen mit 16?

Bis Freitag, den 09. September heißt es "Jugend wählt! Unter 18 - und ihr habt die Wahl". Dabei fällt der Löwenanteil der als Wahllokal "U18" registrierten Jugendclubs, Schulen, Bibliotheken o.ä. mit 256 an die Stadt Berlin.

Stilisierter Button mit Aufschrift Sweet 16Die Grünen und die Linkspartei fordern die Herabsetzung des Wahlalters auf 16, einzelne Politiker wie Paul Kirchhof oder Bundesfamilienministerin Renate Schmidt denken über das Kinderwahlrecht ab 0 Jahren nach.

Grund für mich mit zwei 16-jährigen Mädchen über dieses Thema zu sprechen.

Wie denkt ihr über den Vorschlag, dass Jugendliche ab 16 Jahren wählen dürfen?

Nana: "Man sollte es nicht so eilig haben mit dem Wählen, sonst sind viele dabei, die einfach nur ein Kreuz machen, ohne sich vorab zu informieren.

Ayako: "Viele haben keine Ahnung, auch wenn es nicht so ist, dass wir uns nicht dafür interessieren."

Nana: "Mir ist es jetzt auch noch nicht so wichtig, den Staat mitzubestimmen. Ich glaube, man hat mit 18 mehr Lebenserfahrung und in der Schule schon mehr darüber gesprochen. Vielleicht ist man mit 18 auch schon unabhängig von den Eltern, ist ausgezogen. Sonst wählt man, was Mama und Papa wählen - nach dem Motto 'Meine Eltern werden es schon wissen'."

Ayako: "Sicher gibt es 16-Jährige, die geeignet zum Wählen sind. Aber es gibt so viele, die nur Mist im Kopf haben, sich von jemandem beeinflussen lassen, von Freunden oder vom Gruppenzwang. Ganz viele Kinder haben außerdem keinen Fernseher zu Hause und die sind nicht informiert. Dann gehen noch weniger zur Wahl. Ich bin im allgemeinen eher dagegen, mit 16 zu wählen."


Mehr zum Thema:

Mehr zu "U18" auf der offiziellen Website der Aktion WWW: www.u18.org oder unter ARD: wahl.tagesschau.de.

Familienministerin Renate Schmidt über Paul Kirchhofs Vorschlag zu einem Wahlalter ab 0 in der WWW: netzzeitung.

Aus dem WWW: Grünen-Wahlprogramm: "Jugendliche sind Expertinnen und Experten ihrer eigenen Angelegenheiten. Wir wollen die Partizipation von Jugendlichen. Wir setzen uns dafür ein, das Wahlalter auf 16 Jahre abzusenken, um die politische Beteiligung von Jugendlichen zu verbessern."

WWW: Standpunkt der Linkspartei: Linkspartei.PDS fordert die Herabsetzung des Wahlalters auf 16 sowie mehr Mitbestimmungs- und Entscheidungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen."

Weitere Verweise zu Sweet sixteen

Kommentare zum Eintrag Sweet sixteen

Ich finde es gut, dass sich mal jemand für die Jugend einsetzt...ich selbst bin 16 jahre alt und würde mich gern an Deutschlands Zukunft beteidigen. ich muss allerdings zugeben, dass ich mich auch zu den Politisch aufgeklärten zähle und einige 16 Järige besser nicht wählen sollten. Aber ein allgemeines Wahlrecht ab 16 wäre gut, da es nicht nur die älteren etwas angeht.

Ansgar Nolden am 08.09.05 21:43

Sind Nana und Ayako also beide GEGEN das Wahlrecht ab 16? Sieht so aus. Ich habe mich mal bei den Jugendlichen von www.weisse-rose.info umgehört, und da sind sogar die meisten FÜR "Wählen ab 14"! Denn wenn Jugendliche sich engagieren, dann oft schon mit 13 und 14 und diese sollten dann endlich mal eine starke Stimme bekommen, um wahrgenommen zu werden. Das ist meine eigene persönliche Meinung, aber eben auch die vieler (ich betone: politisch aktiver) junger Leute. Gerne also bin ich hier mal deren Sprachrohr. Übrigens fordern (auch wenn es u. U. nur in ihren Programmen steht) nicht nur SPD und Grüne eine Herabsetzung des Wahlalters. Auch große Teile der JUNGEN UNION und der JuLis (um die fairerweise auch zu erwähnen) sind dafür. Am Ende nutzt aber auch das beste Wahlrecht nichts, wenn dann dennoch die Falschen (z. B. Rot-Grün, die Jugendprojekte im Stich lassen, nicht genug gegen Ausbildungsplatz-Mangel und Jugendarbeitslosigkeit tun) regieren. :( Es muss sich was ändern, Deutschland braucht den Wechsel, damit auch die Jugend wieder eine Zukunft hat!

Mag am 09.09.05 10:41

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